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Im Sägewerk Josef Ziegler in Plößberg/DE arbeiten bereits vier Holzvergaser von Burkhardt © Burkhardt Energie- und Gebäudetechnik

Holzvergaser für vielfältige Anwendungen

Ein Artikel von Lorenz Pfungen (für holzkurier.com bearbeitet) | 16.05.2017 - 16:21
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Ein Holzvergaser und das BHKW versorgen die Trockenkammern im Sägewerk Zipfel ausreichend mit Wärme – der 50 m³-Puffer gleicht Abnahmeschwankungen aus © Burkhardt Energie- und Gebäudetechnik

Bereits 2012 schaffte man im Sägewerk Josef Ziegler in Plößberg/DE zwei Holzvergaser des Typs V 3.90 von Burkhardt, Mühlhausen/DE, an. Betrieben mit Holzpellets, liefern zwei Zündstrahl-Blockheizkraftwerke Wärme und Strom. Die Leistung beträgt 360 kWel beziehungsweise 540 kWth. Dabei garantierte der Anlagenbauer eine Mindestlaufzeit von 7500 h/J. Mit 8000 h/J beziehungsweise 91 % Betriebszeit konnte man den Wert sogar übertreffen, verweist man bei Burkhardt.
Aufgrund der positiven Erfahrungen entschied man sich bei Ziegler, im Zuge des Ausbaus der Trockenkammern in zwei weitere Holzvergaser des Typs V 3.90 und zwei BHKW Eco 165 zu investieren (165 kWel, 520 kWth). Dadurch ist man bei Ziegler in Sachen Energieversorgung gut für die Zukunft gerüstet.

Passendes Energiekonzept gesucht

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Holzvergaser-Gebäude mit Betonraumzelle im Sägewerk Kolb in Ruppertshofen/DE © Burkhardt Energie- und Gebäudetechnik

Im laufenden Jahr kann Burkhardt bereits auf mehrere Neuprojekte verweisen. So erhielt das Sägewerk Zipfel in Eisenbach/DE ebenfalls einen Holzvergaser des Typs V 3.90 und ein BHKW Eco 180. Die Leistungen betragen 270 kWth und 180 kWel. Der Strom wird dabei in das örtliche Netz eingespeist, die Wärme für die eigenen Trockenkammern eingesetzt. Früher betrieb man Trockenkammern mit einem Heizwertkessel und ließ in Lohn trocknen. Dies wollte man mit der Erweiterung der Trocknungs- und Energiekapazitäten ändern. „Man wusste schon, welche neuen Trockenkammern gekauft werden sollten, es fehlte jedoch das dazu passende Energiekonzept. Aufgrund der Einspeisevergütung konnten wir mit unserem Konzept überzeugen“, erklärt Matthias Schindler von Burkhardt.
Für die beiden Anlagenmodule errichtete man eine neue Energiezentrale mit Pelletsbunker und Becherelevator. Um Abnahmeschwankungen auszugleichen, konzipierte der Anlagenbauer einen 50 m3-Pufferspeicher. Die Investition war notwendig geworden, da der bestehende Heizwertbrenner nicht mehr genügend Wärme zur Verfügung stellte. Für die Erweiterung um einen weiteren Holzvergaser ist bereits zusätzlicher Platz vorgesehen.

Erweiterung der Trocknungskapazität

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Die erste Eigenstromanlage lieferte Burkhardt an das Elztalhotel im Südschwarzwald © Burkhardt Energie- und Gebäudetechnik

Im Sägewerk Kolb im Baden-Württemberger Ruppertshofen/DE war man ebenso auf der Suche nach einer zusätzlichen Form der Energiegewinnung. Seit Februar arbeiten ein mit Pellets betriebener Holzvergaser mit BHKW sowie ein Pflanzenöl-BHKW von Burkhardt im Sägewerk. Die Wärme (430 kWth) in Kombination mit einem 30 m3-Puffer zieht man für die Trockenkammern heran. Mit der erzeugten elektrischen Energie (360 kWel) möchte man bei Kolb in Zukunft unabhängig von Stromzukäufen sein. Aufgrund der Erfahrung orderte man im Sägewerk bereits einen zweiten Vergaser, informiert Schindler.

Erste Eigenstromanlage

Nicht nur Holz verarbeitende Betriebe, sondern ebenso Hotels zählen zu den Kunden. So ersetzte das Elztalhotel im Südschwarzwald Mitte 2016 zwei der drei Ölkessel durch eine Hackschnitzelanlage. Im laufenden Jahr schaffte man anstatt des dritten Ölkessels einen Holzvergaser des Typs V 4.50 und ein BHKW an. Die Leistungen der Anlage betragen 110 kWth und 50 kWel, bei einem Pelletseinsatz von 40 kg/h. Aufgrund des Wärmebedarfes von Wellnessbereich oder Küche sei eine gute Grundlastausbeute gewährleistet. „Auf dieses Projekt sind wir besonders stolz, da es sich um die erste Eigenstromanlage handelt. Der gesamte erzeugte Strom wird im Hotel verbraucht“, erzählt Schindler. Beim Holzvergaser V 4.50 handelt es sich um eine Neuentwicklung, die bei diesem Projekt das erste Mal in Deutschland zum Einsatz kam. Dieser ist der „kleine Bruder“ des V 3.90. Die ersten Anlagen installierte man in Großbritannien. Die Entwicklung erfolgt mit dem BHKW–Hersteller KW Energie aus Freystadt/DE.