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Bei Damiani Holzindustrie freute man sich über die Entwicklung des Holzbaus und über viele konkrete Anfragen auf der Messe © Johanna Schnaubelt

Vom Mode- zum Bauprodukt

Ein Artikel von Johanna Schnaubelt | 09.11.2009 - 11:34
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Auch die Haas Group war am Wiederaufbau in L´Aquila beteiligt, informierten Julia Morat und Dr. Massimiliano Coco (v. li.) © Johanna Schnaubelt

In Italien ist die Bautätigkeit rückläufig, jedoch gibt es Zuwachs bei den Renovierungen”, erklärte Dr. Massimiliano Coco, Geschäftsführer von Haas Hoco Italia, Ora/IT. „Aus diesem Grund besteht derzeit eine gute Nachfrage nach Leimbindern, Fenstern und Parkett. Da unser Unternehmen breit aufgestellt ist und wir diese Produkte liefern können, profitieren wir von dieser Entwicklung.” Dr. Coco räumte ein, dass es zwar eine steigende Nachfrage an Eigenheimen gibt, jedoch die Finanzierung ein großes Problem darstellt.

Die Stunde des Holzes in L´Aquila

Im Erdbebengebiet in L´Aquila wurden in San Felice/IT und in San Panfilo/IT 20 Wohneinheiten von der Haas Group errichtet. Diese wurden bereits schlüsselfertig übergeben. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Südtiroler Unternehmen Union Bau, Sand in Taufers/IT, realisiert. „Der Wiederaufbau in L´Aquila ist wichtig für den gesamten Holzbau in Italien”, berichtete Julia Morat, Zuständige für das Marketing von Haas Hoco Italia.
Seit zwei Jahren zeigt sich in Italien bereits ein verstärkter Trend in Richtung Fertigbauweise mit Holz. „Eine schnelle und vor allem sichere Bauweise wird immer gefragter. Darüber hinaus wollen viele auch einen ökologischen Beitrag leisten”, freute sich Dr. Coco. Die Haas Group vermutet vorwiegend in Mittel- und Süditalien großes Potenzial. „Dort kann die gesamte Branche in den nächsten Jahren sicherlich viele Erfolge erleben”, prognostizierte Dr. Coco. „Der Markt Norditalien ist leicht erschöpft.”
Seit 15 Jahren verkauft die Haas Group Häuser in Italien und jedes Jahr konnten mehrere Projekte realisiert werden. „Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage gab es heuer mehr Aufträge als im Vorjahr”, betonte Dr. Coco. „Im kommenden Jahr wird die Nachfrage sicherlich steigen. Aufgrund der zu erwartenden Finanzierungsschwierigkeiten wünschen wir uns für das nächste Jahr das gleiche Ergebnis wie heuer. Ab Mitte 2010 könnte sich die Lage in der gesamten Holzbranche bessern.”

Neues Werk in Deutschland

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In Italien sind derzeit Pellets und Brettschichtholz am stärksten gefragt, berichteten H. Scharf, M. Pfeifer, I. Meitinger und A. Marzolla (v. li.) © Johanna Schnaubelt

„Derzeit sind in Italien vor allem Pellets gefragt”, informierte Anna Carla Marzolla, Pfeifer-Verkaufsleiterin in Italien. „Aber auch beim Brettschichtholz freut man sich über steigende Nachfrage und bessere Preise.” Man geht davon aus, dass diese Nachfrage noch ein Monat anhalten wird. Grundsätzlich ist die Lage ruhig, die Krise ist noch nicht vorbei. „Es gibt aber bereits Anzeichen zur Erholung des Marktes”, freute sich Marzolla. Das heurige Jahr erwies sich als schwierig, vor allem beim Schalungsplatten- und Holzschalungsträger-Absatz. Zudem muss vor allem der Bau vorangetrieben werden, darüber war man sich beim Pfeifer-Stand einig.
„Anfang des Jahres hat Pfeifer die Produktion von Hobelware und Latten für Italien im Imster Sägewerk aufgenommen und dies mit gutem Erfolg”, führte Marzolla aus. Mit der Errichtung des neuen Standortes in Lauterbach/DE (Sägewerk, Kraftwerk und Palettenklotz-Produktion) möchte man noch intensiver Schnittholz und Klötze in Italien vermarkten. Das neue Werk ist für eine Einschnittmenge von circa 800.000 fm/J konzipiert worden. „Da wir seit Oktober im Dreischicht-Betrieb arbeiten, werden wir bis Jahresende 350.000 fm Rundholz einschneiden”, erklärte Geschäftsführer Michael Pfeifer. Die Schnittholz-Preisentwicklung ist schwierig abzuschätzen. Bei Pfeifer ist man darum bemüht, die Preise konstant zu halten. „Wir gehen davon aus, dass Italien auch im kommenden Jahr nicht einfach werden wird. Wir rechnen erst ab 2011 mit einem leichten Aufschwung”, teilte Marzolla mit.
Bei den Pellets gibt es eine Preisentwicklung nach oben. Doch diese erklärte Marzolla als normale saisonale Schwankungen. „Für die Pelletsproduktion verwenden wir nur eigene Säge- und Hobelspäne”, informierte Marzolla.
In Italien entwickelt sich der Holzbau positiv. Auch die wichtige und gute Arbeit von promo_legno wurde am Pfeifer-Messestand gelobt. „Durch das erdbebensichere Bauen mit Holz wird der Werkstoff endlich in das richtige Licht gerückt”, freute sich Marzolla.

Steuersenkung in Italien diskutiert

Man räumte ein, dass sich die Zahlungsmoral in Italien weiter verschlechtert hat. Aber Marzolla führte diesen Umstand auf die schwierigen Umstände zurück. Die Zahlungsziele sollten sich aber bald wieder verkürzen. „Vor allem kleine Unternehmen haben in Italien zu kämpfen. Derzeit wird in Italien eine Steuersenkung für diese angedacht”, berichtete Marzolla. „Eine solche Hilfe vom Staat wäre dringend notwendig.”

Das Tor zum Süden

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Da SAIE das Tor zum süditalienischen Markt ist, ist Wilfried Walter, Geschäftsführer Hundegger SE, seit 2001 auf der Messe vertreten © Johanna Schnaubelt

Da die Messe in Bologna das Tor zum Süden darstellt, ist seit 2001 auch Hundegger auf der SAIE mit einem Informationsstand vertreten. „Auf dieser Messe spiegelt sich die aktuelle Marktlage wieder”, informierte Geschäftsführer Wilfried Walter, Hundegger SE, Neumarkt-Egna/IT. „Während man vor acht Jahren meist nur über Beziehungen einen Messestand bekam, konnten heuer erstmals die Hallen nicht gefüllt werden.” Hundegger in Italien konnte sich heuer über mehr Aufträge als im Vorjahr freuen. „In Italien sind wir Marktführer und diese Position werden wir weiter ausbauen”, betonte Walter. Da der Markt in Norditalien vorerst gesättigt ist, wird jetzt vermehrt das Potenzial in Mittel- und Süditalien ausgeschöpft, hörte man am Messerstand. Aus diesem Grund ist man heuer bereits zum zweiten Mal auf der Messe Holzvillage in Rom Mitte November vertreten. „Wir möchten in Süditalien vermehrt die Technologie rund um den Baustoff Holz präsentieren und unseren Beitrag leisten, um diesen Markt aufzubauen und operativ gestalten zu können”, erklärte Walter die Bedeutung der Messe in Rom. In Mittel- und Süditalien werden vermehrt gebrauchte Maschinen nachgefragt. „Diese werden in Norditalien ausgetauscht und können somit am schnellsten und vor allem kürzesten Weg nach Mittel- und Süditalien geliefert werden”, ergänzte Walter. Für das kommende Jahr rechnet Hundegger SE mit einer 10%igen Auftragssteigerung.

Referenzprojekte für Medienpräsenz

Dass der Wiederaufbau in L´Aquila von großer Bedeutung für die gesamte Holzbranche ist, darüber war man sich am Messestand von Hundegger einig. „Referenzobjekte sind entscheidend für die Medienpräsenz”, erklärte Walter. „Der Holzbau konnte in den Abruzzen beweisen, dass er salonfähig ist und dass mit Holz schneller, besser und sicherer gebaut werden kann, als mit anderen Baustoffen.”
Seit acht Jahren sponsert Hundegger Seminare von promo_legno für Architekten und Ingenieure. „Es muss nach wie vor vermehrt auf die Vorteile von Holz aufmerksam gemacht werden. Vor allem auf die Erdbebensicherheit und die Energieeffizienz”, fand Walter.

Holzbau auch in Zukunft mehr Bedeutung

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Bei Damiani Holzindustrie freute man sich über die Entwicklung des Holzbaus und über viele konkrete Anfragen auf der Messe © Johanna Schnaubelt

Das Südtiroler Unternehmen Damiani Holzindustrie, Brixen/IT, ist bereits seit mehreren Jahren auf der SAIE vertreten. Im Zuge des Wiederaufbaus in L´Aquila (Progetto case) fertigte Damiani Holzindustrie Wände in Kooperation mit Cosbau, Bozen, an. „Der Wiederaufbau in Holz ist von enormer Bedeutung für die gesamte Holzbranche”, war Christian Ritsch vom Damiani-Messestand überzeugt. „In Italien ist man nach wie vor vorsichtig, wenn es um das Bauen mit Holz geht. Aber durch die verstärkte Medienpräsenz der Bauten in L´Aquila wird der Holzbau in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.” Vor allem auch vonseiten der Bewohner der neuen Bauten im Erdbebengebiet hört man nur positive Resonanz.
Damiani Holzindustrie ist derzeit bei der Realisierung von Kindergärten und Schulen aus Holz beteiligt. „In den vergangenen vier Jahren wurden viele öffentliche und soziale Einrichtungen aus Holz gebaut. Vor allem in Norditalien ist der Holzbau sehr stark verbreitet und hat eine alte Tradition”, erklärte Ritsch. „In Süditalien spielt die Wohnqualität noch eine untergeordnete Rolle, dies kann und wird sich wahrscheinlich in den kommenden Jahren ändern.”
Auf der SAIE freute man sich über viele konkrete Anfragen. Dies resultiert aus der verstärkten Medienpräsenz der Holzbauten, war man am Messestand sicher. „Somit hat der Holzbau überzeugt und erdbebensicherem Wohnen wird immer mehr Bedeutung beigemessen”, betonte Ritsch.
Auf die Frage der Schnittholzpreis-Entwicklung gab sich Ritsch vorsichtig: „Es ist ungewiss, ob wir die derzeitige Preiserhöhung aufgrund der wirtschaftlich nach wie vor schwierigen Marktlage über den Winter halten können.”

Qualität vor Quantität

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Der Holzsektor ist gesund und der Anteil von Holz am Bau wird weiter steigen, prognostizierte Paolo Bortolotti, Legno Sud © Johanna Schnaubelt

„Das Unwetter ist vorbei, es ist bewölkt, aber ab Mitte des nächsten Jahres wird die Sonne wieder scheinen”, mit diesen Worten erklärte Paolo Bortolotti, Geschäftsführer Legno Sud, Auer/IT, und Vizepräsident Federlegno-Arredo die derzeitige Marktlage. „Das massive Preisdumping der österreichischen Holzindustrien im Herbst 2008 hat allen nur geschadet. Die Achterbahn der Preisentwicklung muss aufhören.”
„Obwohl im Bausektor in Italien die Nachfrage nach Schnittholz effektiv zurückgegangen ist, ist der Leimbinderverbrauch in Italien nur um 5% zurückgegangen”, verdeutlichte Bortolotti seinen Standpunkt. „Jedoch sollte das Augenmerk auf die Qualität und nicht auf die Masse gelegt werden.” Da die Krise schnell gekommen ist, ging man am Legno Sud-Messestand auch von einer raschen Erholung ab Mitte des nächsten Jahres aus. „Aber vorerst gilt es, die Wintermonate zu überstehen und die Preise stabil zu halten”, berichtete Bortolotti.
Zudem muss man gegen die weitere Verschlechterung der Zahlungsmoral in Italien kämpfen. „Langsame Zahler sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch langsamer”, erklärte Bortolotti. „Einige Italiener sind immer schon schlechte Zahler gewesen.” Es wird vermutet, dass sich diese Situation in den kommenden Monaten weiter zuspitzen wird. Abgesehen von der menschlichen Tragödie hat sich das Erdbeben in den Abruzzen im April positiv auf die Holzbranche ausgewirkt, darüber waren sich sowohl Aussteller als auch Messebesucher einig. „Derzeit beträgt der Holzanteil in Italien nur 1 bis 2% des gesamten Bauvolumens. Doch der Anteil steigt vielleicht in naher Zukunft auf 5%”, hielt Bortolotti für möglich. „Der Holzbau hat sich in L´Aquila bewiesen und wer mit Holz baut, setzt auf das richtige Pferd.” Somit stellte er Holz gute Chancen aus, vor allem im Vergleich mit anderen Baumaterialien.
Legno Sud vermutet ebenfalls Potenzial in Mittel- und Süditalien. Energiesparendes Bauen gewinnt immer mehr an Bedeutung. „Holz ist längst kein Modeprodukt mehr, sondern hat sich als Baustoff etabliert”, war Bortolotti überzeugt. „Aber dies muss noch verstärkt kommuniziert werden.”

Verschiebung von Aufträgen

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30% der Aufträge wurden verschoben, aber nicht storniert, erklärten DI Václav Kadera und Andrea Condotta die aktuelle Marktlage © Johanna Schnaubelt

Derzeit wickelt KLH einige interessante Projekte in Italien ab. „Es werden momentan ein paar Schulen errichtet und für einen Kindergarten in der Toskana ist der Baubeginn für Jänner geplant”, zeigte sich DI Václav Kadera, Vertriebspartner von KLH Massivholz für Italien, trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage zufrieden. „Zudem werden Hotels nach Südtirol und in den Raum Venedig geliefert.” Auch für das kommende Jahr freute man sich bei KLH über interessante Aufträge, wie beispielsweise ein Bürogebäude in Mailand.
„Ob sich bereits 2010 die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bessern, ist fraglich”, antworte Kadera auf die Frage der Marktentwicklung. Obwohl die Bautätigkeit in Italien deutlich reduziert wurde, zeigte sich Kadera zuversichtlich: „KLH ist seit 1999 am italienischen Markt vertreten und es zeigt sich eine stark steigende Tendenz. Zusätzlich sind auch immer mehr Ingenieure und Architekten dazu bereit, mit Holz zu bauen. Aus diesem Grund wird es sich in dieser Phase zeigen, ob sich Holzbau als Bautechnologie durchsetzt.” Grundsätzlich entwickelt sich der Holzbau in Italien positiv mit steigender Tendenz.

Niedrigbauweise in Italien unterstützt

Seit zwei Jahren wird in öffentlichen Ausschreibungen die Niedrigenergiebauweise in Italien stark unterstützt. „Die Faktoren Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gewinnen immer mehr an Bedeutung”, betonte Kadera. „Dennoch muss die technisch ausgereifte und moderne Holztechnologie vermehrt kommuniziert werden. Seminare und Messen sind nicht ausreichend.”
Obwohl man auch beim KLH-Messestand einräumte, dass sich die Situation mit den Zahlungen verschärft hat, sagte man den Italienern keine schlechtere Zahlungsmoral als anderen nach.
Seit September des Vorjahres spürt man bei KLH die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. „30% der Aufträge haben sich verschoben. Große Projekte, deren Baubeginn im Frühjahr dieses Jahres geplant waren, wurden verschoben, aber nicht storniert.” Ferner sind auch weitere acht Schulen im Trient geplant. Außerdem soll auch die Universität einen Holzzubau bekommen.
Auch beim KLH-Messestand zeigte man sich über die deutlich geringere Ausstelleranzahl leicht enttäuscht. Das Problem wird klar bei den geringeren Budgets der Unternehmen und einer Übersättigung durch viele andere Messen gesehen.

Italiener haben große Freude am Holzbau

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In Italien freut sich Dietrich´s über 70% Marktanteil, auch mit dem Messeverlauf war man sehr zufrieden © Dietrich´s

Seit 20 Jahren ist Dietrich´s, Neubiberg/München, auf der SAIE vertreten. „Während wir früher einen winzigen Stand zwischen Fließen und Zement hatten, sind wir heute mit einem großen Dietrich’s-Stand vertreten - seit vier Jahren in einer eigenen Halle für Holzbau”, spiegelte Wolfgang Eppler, Vertriebsleiter der Dietrich´s AG, die wachsende Bedeutung des Holzsektors auf der Messe wieder. Auf der SAIE wurde die neue DC-Statik präsentiert. Dabei handelt es sich um ein Förderprojekt der Europäischen Vereinigung des Holzbaus (EVH) mit Österreich, Deutschland, Südtirol, Luxemburg und der Schweiz.
Holz gilt in der italienischen Baukultur bereits als fester Bestandteil. Massivbauten sind tendenziell stärker gefragt als der Holzrahmenbau, der vorwiegend in Südtirol Anwendung findet. In Mittelitalien wird verstärkt auf die Massivholzbauweise gesetzt.
Große Veränderungen im Holzbaumarkt bedingt durch die weltweite Wirtschaftskrise wurden bislang nicht verzeichnet. Bei Dietrich‘s blickte man positiv auf das heurige Jahr zurück. „Die Märkte Ungarn und Spanien sind zwar stärker betroffen als andere, doch können diese geringen Verluste durch Länder wie Italien und Griechenland kompensiert werden”, erklärte Eppler. Allein in Italien weist Dietrich´s einen Marktanteil von 70% auf. Aus diesem Grund gibt es bereits seit zehn Jahren eine feste Mannschaft in Büros in der Nähe von Neapel, Bologna und in Südtirol. „Softwarekauf basiert auf Vertrauen” erklärte Eppler die Firmenphilosophie. „Neben einem hervorragenden Programm ist uns Kundenservice sehr wichtig. In jedem Land haben Holzbauer andere Ansprüche an eine Software. Wir bieten daher weltweit speziell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Schulungen an.” führt Eppler weiter aus. „So können wir sicher sein, dass jeder Benutzer durch unsere Anwendungen profitiert.”
Bereits am ersten Messetag freute man sich beim Messestand von Dietrich´s über zahlreiche konkrete Anfragen. Über jedes Messegespräch wurde Protokoll geführt. Dadurch kann man unmittelbar auf Kundenwünsche reagieren. Bisher war die SAIE für die Dietrich‘s AG immer sehr erfolgreich. Obwohl die Baumesse in Bologna nach wie vor die traditionsreichste Baumesse in Italien ist, kann auch Eppler nicht sicher sagen, ob die SAIE auf Dauer ihre Position halten wird.

Besserung der Marktlage

Grundsätzlich freute man sich auf der SAIE auf eine baldige Marktbesserung. „Die Wintermonate werden schwierig, aber danach wird es schnell wieder besser”, davon gingen zumindest mehrere positiv gestimmte Aussteller aus. Zur Preisentwicklung sagte ein italienischer Aussteller: „Es ist keine Frage des Preises, sondern nur der Nachfrage. Es darf nicht am Markt vorbei produziert werden. Damit wird der gesamten Branche geschadet.” Dem stimmte ein weiterer Aussteller zu: „Wenn der Italiener Ware braucht, dann wird er dafür auch einen entsprechenden Preis zahlen.” - „Die Achterbahnfahrt der Preise muss endlich aufhören”, hörte man von einigen Seiten. „Es muss vermehrt auf Qualität gesetzt werden. Am Jahresende muss der Gewinn und nicht die produzierte Menge stimmen.” Dass sich der Markt langsam wieder erholt, darüber war man sich einig. Jedoch, ob nach der Krise vor der Krise ist, blieb offen. „Die Jahre von 2004 bis 2006 waren zu leicht. Eine solche Entwicklung wird es nicht mehr geben”, hieß es auf anderen Messeständen. Wie bereits erwähnt, war ein weiteres in Bologna angesprochenes Problem die Verschlechterung der Zahlungsmoral. Vor allem lange Zahlungsziele schienen ein großes Problem zu sein. „Lieferungen sind seltener versichert und auf das Geld müssen wir viel zu lange warten”, brachte es ein Messebesucher auf den Punkt. „Es kann auch zu Zahlungsausfällen kommen.” Der Wiederaufbau in L´Aquila wirkte sich positiv auf die gesamte Branche aus. „Somit war Silvio Berlusconi der beste Holzverkäufer in diesem Jahr”, betonte ein anderer Aussteller. Grundsätzlich freute man sich über die positive Entwicklung des Holzbaus in Italien. Ab in den Süden
Nach dem Motto „Ab in den Süden” wird großes Potenzial in Mittel- und Süditalien vermutet. „In den nächsten Jahren wird man dort einige Erfolge erleben können”, zeigten sich einige Aussteller zuversichtlich. „Obwohl es auf diesen Märkten sicherlich schwieriger wird, bewegt sich etwas”, gab sich ein Messebesucher skeptisch. Ein anderer meinte: „In Süditalien spielt die Wohnqualität eine eher untergeordnete Rolle. Hier kann der Holzbau nur in Bezug auf Sicherheit punkten.”
Ein langjähriger Beobachter des Holzmarktes erklärte, dass nur gut organisierte Betriebe, die frühzeitig auf Qualität und Technologie gesetzt haben, in schwierigen Zeiten die Nase vorne haben können.