Vor drei Jahren hat ThyssenKrupp GfT Gleistechnik in Groß Oesingen/DE ein insolventes Sägewerk übernommen. Die in die Jahre gekommenen Maschinen sollten modernen Anlagen weichen. Zur Ligna 2007 fiel die Entscheidung zum Bau, im Dezember 2007 wurden die Aufträge vergeben. Als Generalunternehmer für die Sägewerkstechnik war MH Maschinen, Rechtmehring/DE, verantwortlich. „Das Unternehmen konnte uns gute Referenzen zeigen. Weiters war ausschlaggebend, dass es unsere Vorstellungen realisieren und rasch liefern konnte“, begründet Axel Zimmermann, Betriebsleiter bei ThyssenKrupp GfT Gleistechnik. Beim Rundholzplatz fiel die Wahl auf Häwa, Wain/DE. Für die Hauptwaren-Sortierung sowie die Mechanisierung bei der Weiterverarbeitung wählte man H.I.T., Ettringen/DE. „Hinsichtlich der Entscheidung bei den Lieferanten war uns wichtig, dass es mittelständische Unternehmen sind. Damit sind die Entscheidungswege kurz und man kann effizient arbeiten“, erklärt Zimmermann.
Termingerecht installiert
Model und Kantel werden bis zu sieben Mal im Rundlauf durch die Spaner-Quattro-Bandsägengruppe geschickt © DI (FH) Martina Nöstler
Bei ThyssenKrupp GfT Gleistechnik wurde eine Spaner-Quattro-Bandsägenanlage, die im Rundlauf betrieben wird, installiert. Die Anlage stammt von Söderhamn Eriksson, Mariannelund/SE. MH Maschinen hat die Generalvertretung für Söderhamn Eriksson in Deutschland inne. Für die Weiterbearbeitung der Seitenware steht ein Besäumer, ebenfalls von Söderhamn Eriksson, zur Verfügung.
„Eine Spaner-Quattro-Bandsägenanlage ist für Laubholzeinschnitt unüblich. Da unser Hauptaugenmerk in der Schwellenerzeugung liegt, haben wir die richtige Wahl getroffen“, ist der Betriebsleiter überzeugt. Er hat an Max Hudlberger, Geschäftsführer von MH Maschinen, einen Katalog mit etwa 30 Schnittbildern gegeben. „Das war unsere Vorgabe, was die Maschine erfüllen muss“, erinnert sich Hudlberger. „Es war eine große Herausforderung für uns, aber letztlich konnten wir die Wünsche von ThyssenKrupp GfT Gleistechnik realisieren.“
Online im Rundlauf
Automatische Eindrehung des Holzes mit Stachelwalzen, danach wird die Ware mit gummierten Walzen zentriert © DI (FH) Martina Nöstler
Vor der Spaner-Quattro-Bandsägenanlage wird der Stamm mit Walzen entsprechend des bestmöglichen Schnittbildes automatisch eingedreht und zentriert. Installiert wurde der große Zerspaner Typ ChipCanter mit Spiralscheiben. „Dieser eignet sich für Laubholz sehr gut“, weiß Hudlberger. Die Quattro-Bandsäge mit 1600 mm Rollendurchmesser verfügt über Oberflur-Antriebe und zwölf Servoachsen in der kompletten Einschnittgruppe. Die Anschlussleistung beträgt 800 kW. „Die Technik sollte bei der Anlage möglichst einfach sein, das verringert die Störanfälligkeit“, sagt Zimmermann. Die Steuerung stammt von Schmitt-Degenhardt-Elektronik, Finnentrop/DE.
Um die Bediener der Einschnitt-Linie auf die neue Technik einzuarbeiten, waren diese zur Ausbildung in einem Sägewerk mit Söderhamn Erkisson-Anlagen. „Das war eine gute Entscheidung. Die Mitarbeiter wissen dann beim Start der Maschinen, worauf es ankommt“, meint Zimmermann.
Die Schwellen werden von einer Sortierung von H.I.T. eingeteilt und mit einem Balz-Vakuumkran gestapelt. Die Seitenware gelangt über ein Förderband zum Rosens-Sortierwerk, ebenfalls geliefert von MH Maschinen. Eingeteilt wird in zehn Senkboxen. Die Entleerung der Boxen erfolgt nach unten auf einen Querförderer. Nach der Lagenbildung und Kappung auf Fertigmaß wird die Ware gestapelt.
Die komplette Entsorgung mit Hacker und Siebanlage war ebenfalls im Lieferumfang von MH Maschinen. Im Einsatz sind Anlagen von Bruks Klöckner, Arbra/SE.
Sägeblätter mieten
Bei ThyssenKrupp GfT Gleistechnik hat man auf die Schärfmaschinen verzichtet. „Wir haben einen Vertrag mit Kock Zerspanungstechnik: Wir bekommen die Sägeblätter und bezahlen pro geschnittenen Festmeter – ähnlich wie bei einem Mietwagen“, erklärt Zimmermann und ist mit diesem Abkommen sehr zufrieden.ThyssenKrupp Gft Gleistechnik
Geschäftszweig: Gleistechnik, Eisenbahn-Oberbau, Waggonausrüstung, SpannmittelUmsatz: 350 Mio. €/J
Mitarbeiter: 300
Holzschwellenwerk
Gegründet: 2007Standort: Groß Oesingen/DE
Areal: 12 ha
Mitarbeiter: 38
Erzeugung: 160.000 Holzschwellen pro Jahr
Holzarten: Buche, Eiche
Absatz: Deutschland, Österreich, Slowenien, Skandinavien, Benelux, Nordafrika, Saudi-Arabien, Irland