Pfeifer_MPfeifer_Gusinde.jpg

Zufriedene Gesichter: Michael Pfeifer, CEO Pfeifer Group, und Bernd Gusinde, CLT-Produktmanager, (v. re.) freuen sich, den ersten CLT-Standort der Pfeifer-Gruppe offiziell eröffnen zu können © Raphael Kerschbaumer

Pfeifer Group

CLT-Kapazität verdoppelt

Ein Artikel von Raphael Kerschbaumer | 02.01.2023 - 07:21

Nur rund 15 km vom Pfeifer-Sägewerk in Lauterbach entfernt befindet sich das erste CLT-Werk der Gruppe am Gelände einer ehemaligen Schalungsplattenproduktion von Pfeifer. Der Vorteil bestehender Gebäude und Betriebszulassungen war allerdings aufgrund der teilweise beengten Verhältnisse auch eine große Herausforderung für den Einstieg in die Brettsperrholz-Branche – der Erhalt des Standorts war für alle Beteiligten und die Region jedoch von großer Bedeutung.

Gelungene Eröffnungsfeier

Pfeifer_Menschen.jpg

Volles Haus: Der Einladung von Pfeifer zur offiziellen Eröffnungsfeier des ersten CLT-Standorts der Gruppe folgten Kunden und Partner aus ganz Europa ins hessische Schlitz © Raphael Kerschbaumer

„Wir hatten bis zur Reaktivierung durch die Pfeifer Group bereits Sorge um den Standort. Umso mehr freut es uns, dass hier inmitten unserer Region ein moderner Produktionsstandort mit vielen wichtigen Arbeitsplätzen entstanden ist, der unser regionales Holz zu hochwertigen Bauprodukten weiterverarbeitet“, fand der Neu-Bürgermeister von Schlitz, Heiko Siemon, im Rahmen der Eröffnungsfeier am 16. September die richtigen Worte.

„Nur unweit von Schlitz entfernt haben wir mit Lauterbach einen voll integrierten Standort mit einer Kapazität von rund 700.000 m³/J Schnittholz und Hobelware. Doch auch hier in Schlitz gab es mit bestehenden Hallen, Gebäuden, aber auch Trockenkammern einiges an bestehender Infrastruktur, worauf man aufbauen konnte. Der Erhalt des Standorts war die vollkommen richtige Entscheidung“, berichtete Michael Pfeifer, CEO der Pfeifer Group.

Holzbauboom nutzen

Pfeifer_Podium.jpg

Talkrunde am Podium: Am Bild: Claus Greber, Vertriebsleiter Holzbauprodukte, CFO Ewald Franzoi, Moderatorin Monika Eckert, Dietmar Seelos, Standortleiter Imst, Leonhard Scherer, Vertriebsleiter Schnittholz und Geschäftsführer Euroblock, und CEO Michael Pfeifer (v. li.) © Raphael Kerschbaumer

Bereits seit 1985 gehören Holzbauprodukte zum Pfeifer-Portfolio. „Der Holzbau wächst und wird auch weiterhin wachsen. Es war somit die logische Folge, dass auch wir in den CLT-Markt einsteigen wollten. Mit Schlitz ist uns dies nun eindrucksvoll gelungen“, erzählt Pfeifer-CFO Ewald Franzoi.

„CLT hat einen ganz anderen Anspruch als andere Holzprodukte. Mit faktischer Losgröße eins gibt es bei Brettsperrholz keinen Standard. Das war anfangs noch komplettes Neuland für uns – wir mussten dabei auch einiges an Lehrgeld bezahlen. Heute können wir jedoch mit Stolz sagen, dass es uns gelungen ist, eine CLT-Produktion auf die Beine zu stellen, die sowohl qualitativ als auch technisch auf höchstem Niveau produziert und arbeitet“, erklärt Claus Greber, Vertriebsleiter Holzbauprodukte bei Pfeifer.

Individuelle Lösungen

TCM_Vorsortierung.jpg

Synergien nutzen: Das vorwiegend aus dem Pfeifer-Sägewerk in Lauterbach stammende Schnittholz wird in Schlitz vor der Weiterverarbeitung noch entsprechend gütesortiert © Raphael Kerschbaumer

Um den bestehenden Standort aufzurüsten, entschloss man sich bewusst gegen eine durchgängige Lösung aus einer Hand und holte mehrere verschiedene Maschinenbauer mit ins Boot: „Wir wollten nicht alles auf eine Karte setzen, sondern gezielt in einzelne Bereiche individuell investieren. Schließlich mussten wir auch im Bestand arbeiten und hatten keine grüne Wiese vor uns“, berichtet Bernd Gusinde, CLT-Produktmanager bei Pfeifer.

Das Ergebnis ist eine CLT-Produktion nach höchstem Industriestandard. „Spezialprodukte und individuelle Oberflächenbearbeitungen sind in Schlitz jedoch nicht unser Ziel. Wir wollen eine größtmögliche Marktabdeckung erlangen und den Holzbau vor allem in seiner Breite fördern“, erklärt Gusinde weiter.

CLT-Fertigung auf höchstem Niveau

Pfeifer_UFA.jpg

Effiziente Maschinenkombination: Ehe es auf die Portalbearbeitungsmaschinen geht, erfolgt eine vierseitige Formatierung der Platte inklusive erster Fräs- und Bohrbearbeitungen bereits an der UFA © Raphael Kerschbaumer

Am Beginn der Produktion steht eine zertifizierte Schnittholz-sortieranlage, ehe die Ware in den Altbestand der zweiten Halle zur Auflage für die Keilzinke transportiert wird. Dabei laufen seit der zweiten Ausbaustufe zwei baugleiche Linien aus platztechnischen Gründen nicht neben-, sondern übereinander.

Bei der Produktion in Schlitz bewegt sich beim Legetisch nicht wie üblich der Leimwagen, sondern der gesamte Legetisch fährt unter den stationären Leimdüsen hin und her. Somit wartet nach erfolgter Beleimung einer Holzschicht die nächste Lage bereits in Position über der Platte und kann direkt aufgelegt werden. Im Anschluss an die Minda-Presse befinden sich zwei Portalbearbeitungsmaschinen von Hundegger nebeneinander aufgereiht. Die Abbundkapazitäten wurden somit ebenfalls an die Mehrproduktion entsprechend angepasst. „Wir haben zur bestehenden UFA von Hundegger noch eine Kosmetikstation ergänzt und zusätzlich wurde direkt danach ein automatisches Kranlager errichtet“, erklärt Gusinde den optimierten Produktionsfluss.

Nicht zuletzt auch die positive Resonanz der zahlreichen Wegbegleiter sowie neuen und alten Kunden lassen die Pfeifer Group zuversichtlich in die Zukunft blicken. „Wir sind nun auch im Bereich Brettsperrholz top aufgestellt. Wir werden aber weiter am Ball bleiben und auch künftig in diesen wichtigen Geschäftsbereich investieren“, resümiert Michael Pfeifer.

Pfeifer Holz Schlitz

Standortleiter: Sebastian Eggel
Mitarbeiter: 80
Produkte: CLT
Kapazität: 100.000 m³/J