Bis auf die Sägenebenprodukte und Pellets schließen alle im Absatzindikator erfassten Produkte höherpreisig das Jahr als noch 2023.
Bei Pellets fehlen in Österreich 17 %, in Deutschland 13 % im Jahresvergleich. Hackgut liegt in Österreich um 11 % unter Dezember 2023. Am schlimmsten aber war die Entwicklung bei Sägespänen: Dort fehlen 27 % im Jahresvergleich.
Rundholzthema dominiert Diskussion
Das seit September dominierende Thema sind die Rundholzpreise. Diese sind in Süddeutschland und Österreich seit September im Mittel um 8,3 €/fm gestiegen. Die Preisrange für Fi/Ta-Sägerundholz beginnt bei 101 € und endet in dieser Region bei rund 110 €/fm.
Für den Januar sind weitere Rundholzpreis-Erhöhungen angekündigt worden.
Auf diese Entwicklung haben die Sägewerke reagiert und die Schnittholzpreise im Laufe des 4. Quartals im Schnitt um 11 €/m³ erhöht (Mittel aus zwei Haupt- und einem Seitenwarensortiment). Für Lieferungen im Januar sind bei der Hauptware Preissteigerungen von 10 bis 20 €/m³ angekündigt. Je nach Ausgangsniveau sollten die Preise in dieser Größenordnung steigen.
Dreier in Sichtweite
Der Holzkurier sieht den Preis der BSH-Lamelle (frisch, franko deutscher Großabnehmer) bei 255 bis 270 €/m³. Trocken könnte im Januar für mitteleuropäische Ware wieder ein „3er“ vorne stehen. Interessanterweise läge skandinavische Ware dann darunter.
Obwohl die offiziellen Stellen von einer leichten Produktionserhöhung bei den deutschen Sägewerken 2025 ausgehen, wäre das aus Holzkurier-Recherchen eher überraschend. Insbesondere die Versorgungslage limitiert regional den Einschnitt. Entsprechend könnte im kommenden Jahr das eine oder andere Sortiment knapp werden.
Noch wenige Preiserhöhungswünsche sind bei der Seitenware angekündigt. Doch traditionell folgen diese Sortimente mit wenigen Wochen Verspätung den Hauptwarenpreisen. Ob das 2025 auch so sein wird, wird sich zeigen. Gerade im Verpackungsbereich in Deutschland ist man angesichts der Probleme der Chemie- und Automotivesparte beunruhigt. Die zuletzt schwache Nachfrage in Deutschland sorgt für wenig Zuversicht für die kommenden Wochen.
Sägerundholz war zuletzt zu wenig am Markt, um alle ausreichend bedienen zu können.
Verständnis für Preiserhöhung wäre da, aber ...
In Italien erhob der Holzkurier für 17 mm-Spanerseitenware im Dezember eine leichte Preiserhöhung von 3 €/m³. Frei Grenze schließt das Sortiment das Jahr bei 185 €/m³. Allgemein scheinen die italienischen Kunden zu wissen, dass Schnittholzpreise aufgrund der Rundholzsituation steigen müssten – allein diese Kunde hörten sie in den Vorjahren schon sehr oft. Die Lagerstände in Italien sind zum Jahreswechsel jedenfalls nicht leer.
Mit dem Mengenabsatz 2024 war kaum jemand unzufrieden. Mit den Preisen aber fast alle.
KVH mengenmäßig über Erwartungen
Während die Produktionsmengen 2024 die Erwartungen der KVH-Produzenten merklich überstiegen, berichteten die Marktteilnehmer zum Jahreswechsel auch weiterhin von einer ausgesprochen angespannten Preissituation. Für Dezember erhob der Holzkurier gegenüber dem Vormonat eine preisliche Seitwärtsbewegung bei 340 €/m³ (6 mal 8 cm; NSi; Großmengen).
Aufgrund der angekündigten Rohwarenpreis-Erhöhungen Anfang 2025 sehen zahlreiche KVH-Hersteller eine Anhebung der Verkaufspreise als absolutes Muss an, um verlustfrei produzieren zu können.
Absatzindikator neu
Seit 2009 veröffentlicht der Holzkurier monatlich den Absatzindikator. Dieser Zeigerwert spiegelt die preislichen Veränderungen in der Holzbranche wider. In den vergangenen 16 Jahren haben sich die Märkte deutlich gewandelt: Einige Sortimente haben an Bedeutung gewonnen, andere an Relevanz verloren. Besonders die Nachfrage nach trockener Ware ist stetig gestiegen.
Die Redaktion wird Ende Januar 2025 daher eine modernisierte Version des Indikators präsentieren, der die Absatzentwicklung der mitteleuropäischen Holzindustrie noch präziser abbildet. Details hierzu finden Sie in der Ausgabe 06/2025.