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Absatzindikator August 2018
© Holzkurier

ABSATZINDIKATOR August

Schadholz prägt Rundholzmarkt

Ein Artikel von Gerd Ebner | 29.08.2018 - 08:20

Zu trocken, zu heiß

Unverändert war leider auch das Wetter in diesen beiden Monaten. Die hohen Temperaturen und insbesondere die Trockenheit haben zu einer Forstschutz-Situation geführt, die so vor kaum absehbar war. In einem breiten Band reiht sich eine Schadholzregion an die nächste: die deutschen Windwurfregionen in Mittel- und Süddeutschland, Nordösterreich, Böhmen und insbesondere Mähren. In allen diesen Gebieten gehen die Experten davon aus, dass der Schadholzanfall heuer den des Vorjahres übertreffen werde – und in einigen Regionen war 2017 das bisherige Rekordjahr (etwa in Österreich).

Norden „bummvoll“

In Nordösterreich sind die Sägewerke umgangssprachlich „bummvoll“. Was verschneidbar ist, wird auf dem Platz gelassen – manches muss warten. Insbesondere die Angebote der stark betroffenen tschechischen Waldbesitzer müssen vielfach abgelehnt werden. Frischholz liegt österreichweit in der Preisspanne von 82 bis 87 €/fm (für B 2b). Die Abschläge für Cx variieren zwischen 30 und 40 €/fm.

Schadholz wird rapide mehr

In Deutschland verschlechterte sich die Schadholzsituation ab Mitte August. Mehrere Landesforstverwaltungen beschrieben die Situation als alarmierend. Die hohen Temperaturen führen dazu, dass sich der Buchdrucker auf eine dritte Generation und nicht auf die Winterruhe vorbereitet. Vonseiten der Rundholzabnehmer wird nun kritisiert, dass es „statt Gesprächen über gemeinsame Bekämpfungsstrategien“ bisher nur „Beschwichtigungen von der Forstwirtschaft“ gegeben habe.

Entsprechend „kam der Markt binnen kurzer Zeit extrem unter Druck“. Fatalerweise gibt es noch keine belastbaren Zahlen, wie viel Schadholz anfällt.

Für Bayern machte der Holzkurier eine August-Preisspanne von 80 bis 85 €/fm aus. Das sind um 1,5 €/fm weniger als im Juli. Baden-Württemberg hält faktisch unverändert 88 bis 93 €/fm.

Der Sägerundholz-Preis B 2b plus notierte in den Schadregionen um die 70 €/fm. Der Preisdruck wird dadurch höher, dass es teilweise an Aufarbeitungs- und Transportkapazität fehlt, um das Schadholz rasch aus dem Wald zu bekommen. Regional verteilte Maschinen werden verstärkt in die Schadgebiete gebracht.

Die Situation in Deutschland hat im August dazu geführt, dass etwa aus Österreich immer mehr Holzunternehmer dorthin unterwegs sind. Entsprechend fehlen teilweise Maschinen in anderen Regionen – etwa Tschechien.

Schnittholz-Preisniveau fest

Absatzseitig hat sich im August nicht viel verändert. Die meisten Hauptwarensortimente sind stabil. Im Holzkurier-Preisbild liegt die BSH-Lamelle in der Preisspanne von 209 bis 215 €/m3. Das ist ein Rückgang um 1,5 €/m3 zum Juli. Grundsätzlich notiert die Sichtlamelle aber fest im Preis. Das Niveau ist um 12 % über dem Durchschnittspreis der vergangenen zehn Jahre und liegt nur 2% vom Allzeithoch entfernt. Im Juli wurden von den Weiterverarbeitern noch Rekordmengen an Si-Lamellen eingekauft – der August war ferienbedingt ruhiger. Eingedenk des gegenwärtigen Rundholz-Angebotes und der hohen BSH-Nachfrage dürfte das Preisniveau bei den Sichtqualitäten im Frühherbst wohl weiter stabil bleiben.

Die Rohhobler liegen frei Grenze Italien etwas höher als im Juli: 242 bis 257 €/m3 (+2 €/m3).

Verpackungsware weiterhin stark

Unverändert ist das Preisniveau bei 17 mm-Seitenware. Frisch, frei Grenze erlöste das Sortiment 148 bis 55 €/m3. Der Bedarf an Verpackungsholz ist anhaltend hoch. 

Es wird von einem unvermindert starken Herbst ausgegangen. Große Holzindustrien wollen bei den dünnen Dimensionen schon „bis Jahresende“ ausverkauft sein, erfährt man.

Rückfall auf „nur noch“ sensationellen Preis

In den USA gab es zuletzt nach der preislichen Talfahrt wieder etwas Stabilisierung. Von einem Überdrüber-Rekordniveau erfolgte der Absturz auf ein immer noch sensationell gutes Preisniveau. Europäische Lieferanten erhielten im August für „Dimension“-Ware (2-by-4) im Schnitt 324 €/m3 (frei Ankunft Große-Seen-Region). Das sind zwar um 16 % weniger als im Juli, aber um 64 % mehr als im August 2017.