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Komm.-Rat DI Herbert Kulterer (mi.) mit seinen Söhnen Christoph (re.) und Stefan © Hasslacher

Holz-Allrounder

Ein Artikel von DI (FH) Martina Nöstler | 24.09.2007 - 10:38
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Komm.-Rat DI Herbert Kulterer (mi.) mit seinen Söhnen Christoph (re.) und Stefan © Hasslacher

Den Neustart des BSH-Werkes sowie die Errichtung eines weiteren Biomasse-Kessels nimmt man bei Hasslacher Drauland, Sachsenburg, zum Anlass, mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Freunden sowie Interessierten mit dem 2. Oberkärntner Holzfest am 29. September zu feiern. „Beim Tag der offenen Tür können sich die Besucher ein Bild von unserem Unternehmen und insbesondere von der neuen BSH-Produktion machen”, erläutert Geschäftsführer Christoph Kulterer. In einem Festzelt mit Frühschoppen sorgt die Trachtenkappelle Hasslacher für Stimmung.
Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Bauen und Heizen mit Holz”. Die Kunden des Unternehmens haben die Möglichkeit, ihre Produkte im Rahmen einer Hausmesse vorzustellen. Hasslacher Drauland veranstaltet das Holzfest gemeinsam mit dem am Gelände angesiedelten Pelletsproduzenten Seppele. Dort werden an die 30 Aussteller - unter anderem namhafte Ofenhersteller - zum Thema Heizen mit Pellets ihre Leistungen präsentieren.
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Am Standort Sachsenburg schneidet Hasslacher Drauland 550.000 fm/J – auch für die eigene Weiterverarbeitung © DI (FH) Martina Nöstler

Generationenwechsel. Im Mai hat Senior-Chef Komm.-Rat DI Herbert Kulterer das Ruder der Hasslacher Drauland an Christoph Kulterer übergeben. Damit steht nun die dritte Generation des 1901 von Jakob Hasslacher gegründeten Unternehmens an der Spitze. „Mein Vater feierte heuer ein Jubiläum - 50 Jahre hat er den Betrieb geleitet. Damit gab es in über 100 Jahren nur zwei Inhaber”, unterstreicht der junge Geschäftsführer. Sein Bruder Stefan Kulterer ist für die Hasslacher Forstbetriebe zuständig und leitet den Rundholz-Einkauf des Sägewerks.
Die Hasslacher-Unternehmensgruppe ist in sechs Bereiche gegliedert:
•    Hasslacher Forstbetriebe: dazu gehören 1800 ha Wald mit nachhaltiger Bewirtschaftung, bis zu 6000 fm/J werden für das eigene Sägewerk entnommen
•    Hasslacher Drauland Holzindustrie: Spanerlinie und Bandsäge in Sachsenburg, Schwachholz-Werk in Arnoldstein, Gesamteinschnitt 650.000 fm/J
•    Noritec Holzindustrie: Weiterverarbeitungs-Schiene, 2001 gegründet
•    Hasslacher Holzzentrum: Holzfachmarkt, Vertrieb an Private
•    Norica Timber International (NTI): Vertriebs-Gesellschaft für sämtliche Produkte der Gruppe inklusive Handel mit Platten und Pellets
•    Hasslacher Energie: dazu gehören zwei KWK-Anlagen in Sachsenburg sowie ein Wasserkraftwerk an der Lieser in Spittal/Drau
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In nur sechs Monaten wurde das neue BSH-Werk errichtet: die Produktion ist auf maximal 27 m lange Ware ausgelegt © DI (FH) Martina Nöstler

Wiederaufbau. Nach einem Brand des BSH-Werkes Noritec in Stall im Mölltal im Dezember 2005 hat sich Kulterer entschlossen, die Produktion am Hauptstandort in Sachsenburg wieder aufzubauen (sh. Link unten). Nach nur sechsmonatiger Bauzeit konnten in einer 18.000 m² großen Halle neben dem Hobelwerk die Maschinen anlaufen.
„Wir haben in Sachsenburg einen vollintegrierten Standort für Holzbe- und -verarbeitung”, betont Kulterer. Neben getrockneter Schnittware (240.000 m³/J) verkauft das Unternehmen Hobelware (Profilholz, Glattkant, Latten; 80.000 m³/J) sowie 65.000 m³/J Leimholz (Plan 2008).
Als Hauptmarkt für die Produkte gibt Kulterer Italien an - bis zu 50% von Schnitt- und Leimholz sowie Hobelware werden zum südlichen Nachbarn exportiert. Der Schwerpunkt ist generell Südeuropa - also auch Spanien und Griechenland. Aber auch Osteuropa wird laut dem Geschäftsführer immer interessanter. Der Verkauf erfolgt über NTI mit ausgewählten, regionalen Partnern vor Ort.
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Christoph Kulterer mit Betriebsleiter Peter Fercher (re.) vor dem neuen Kessel-Haus – Holzphilosophie wird bei Hasslacher gezeigt © DI (FH) Martina Nöstler

Luisa und Emma. Energieholz, Rinde und diverses Restholz werden zu Luisa und Emma gebracht - den beiden in Sachsenburg installierten KWK-Anlagen von Hasslacher Energie. Diese wurden nach den Töchtern von Christoph und Claudia Kulterer benannt. Beim neuen Kessel griff das Unternehmen auf die Technik von Bertsch, Bludenz, in Kombination mit einer MAN-Turbine zurück, die derzeit in Betrieb genommen wird. Die elektrische Leistung beträgt 5 MW, die thermische 10 MW. „Mit diesem Heizkraftwerk wurde ein 8 MW-Kessel ersetzt, der nur Wärme erzeugt hat”, ergänzt Kulterer.
Bereits vor drei Jahren hat Hasslacher Drauland in eine Zwei-Kessel-Anlage von Urbas, Völkermarkt, investiert. Leistung: 3,5 MWel, 14 MWth. Die erzeugte Wärme heizt die Gebäude und Trockenkammer sowie die Spänetrocknung bei Seppele. Außerdem wird das Fernwärmenetz von Sachsenburg und Möllbrücke versorgt. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.Optimierung und Steigerung. „Unsere Priorität in den vergangenen Monaten war der Aufbau der neuen Weiterverarbeitung und deren Optimierung”, schildert Kulterer. Ihm ist es wichtig, dass die Weiterverarbeitung den Ausstoß des Sägewerkes aufnehmen kann. Im BSH-Werk kann der Ausstoß auf bis zu 100.000 m³/J im Dreischicht-Betrieb erhöht werden.
Die dazu notwendige Rohware aus dem Sägewerk zu erhalten wäre kein Problem: „Wir könnten ohne großen Aufwand den jährlichen Einschnitt auf 850.000 fm erhöhen”, meint Kulterer. Derzeit wird mit der Linck-Spanerlinie 10 Stunden pro Tag geschnitten. „Hier wäre noch Potenzial vorhanden”, ortet der Geschäftsführer.

Hasslacher Drauland-Facts

Gegründet: 1901
Geschäftsführer: Christoph Kulterer
Standorte: Hauptsitz in Sachsenburg, Schwachholz-Sägewerk in Arnoldstein
Umsatz in der Gruppe: 120 Mio. € (Plan 2007/08)
Mitarbeiter: 300 in der Gruppe
Einschnitt: 650.000 fm/J, davon 100.000 fm/J im Werk Arnoldstein
Weiterverarbeitung:
65.000 m³ Leimholz (Plan 2008 im Zweischicht-Betrieb);
80.000 m³/J Hobelware