Bei immer leistungsfähigeren Leimholzlinien muss die Keilzinkentechnologie mitspielen. Für Höchstleistungen hat das Baden-Württemberger Unternehmen Jöma, Achern, die Mach I auf den Markt gebracht. Bei Bullingers BSH-Werk in Neuruppin schafft diese Anlage einen Lamellenstrom von bis zu 130 m/min beim Querschnitt 4,5 mal 25 cm. Das entspricht 43 Zinkungen pro Minute. Doch es geht noch schneller. Geschäftsführer Michael Jörger hat die neue Version „Mach I – S“ speziell für kürzere Eingangslängen entwickelt. Bei 2,5 cm starken Lamellen schafft dieser Typ bis zu 72 Keilzinkenverbindungen in der Minute.
Keilzinken mit Shuttle-Betrieb
1: Der sogenannte "Shuttle" ergreift die Lamellenpakete und richtet dabei die Stirnseiten aus. 2: Das saubere Lamellenpaket wird in die Bearbeitungszone geschoben. 3: Der Werkzeugkopf mit Stirnseitenzerspaner, Zinkenfräser und Beleimung wird auf Präzisionsschienen geführt © Jöma
Zunächst greift der Shuttle zwei Lamellenpakete, die an den Stirnseiten korrekt ausgerichtet sind, und fährt sie in die Bearbeitungszone. Die Aufteilung in zwei Pakete verhindert rautenförmiges Verschieben beim Spannen der Holzlamellen.
Sind die Pakete platziert, fährt der Arbeitskopf mit Stirnseitenzerspaner, Fingerzinkenfräser und Klebstoffauftrag an den Paketenden entlang. Gefräst und beleimt wird in einem Arbeitsgang. Je zwei Pakete auf der Ein- und der Auslaufseite werden simultan bearbeitet.
Wenn der Arbeitskopf in der Ausgangsposition ist, kommt der Shuttle wieder zum Einsatz. Der ist in der Zwischenzeit nach hinten zur Lamellenzuführung gefahren und hat die nächsten beiden Pakete geklemmt. Auf der Vorderseite des Shuttles klappt ein Drückmechanismus herunter, welcher bereits gefräste Lamellen auf die rückseitige Maschinenseite schiebt. Dabei richten sich die Stirnseiten wieder von selbst aus.
Pro Minute 2,4 m Fräsfläche
Auf der Zuführseite tragen die Auftragswalzen Melaminharz auf. Der Härter kommt auf der zweiten Seite der Maschine auf das andere Ende der Hölzer. Beim Verpressen mischen sich Härter und Klebstoff. Nahezu zwei Arbeitszyklen pro Minute schafft die Mach 1. Das ergibt pro Minute 2,4 m Holzpaketbreite. Im industriellen Einsatz zählt aber nicht nur Menge, sondern auch Flexibilität. Mit der Mach I sei sogar die Losgröße 1-Fertigung im industriellen Standard möglich. Damit eigne sie sich auch für die KVH-Fertigung. Die Umstellung von beispielsweise 12 auf 30 cm breite Lamellen brauche keine Einstellungen an der Maschine.Maschinen sind „sibiriensicher“
Weitere Prämisse bei der Entwicklung der Mach I war die Wartungsfreundlichkeit. Jörger konstruiert nach einem Grundsatz, den er „sibiriensicher“ nennt. Soll heißen: möglichst einfach und robust. Er verzichtet etwa auf defektanfällige Rollenbahnen. Der Shuttle wird lediglich von „zwei sehr stabilen Ketten“ angetrieben. Strom- und Luftleitungen kommen aus 2 m Höhe nach unten. Das vereinfacht die Reinigung.Interessenten in Hannover treffen
„Gerne treffe ich mich mit Interessenten und Kunden auf der Ligna“, erklärt der Baden-Württemberger. Da Jöma nicht mit einem eigenen Stand vertreten ist, ersucht er um eine telefonische Terminvereinbarung.Gegenwärtig werden die Mach I-Keilzinkenanlagen von Jöma gebaut und verkauft. Jörger sucht aber nach einem Lizenznehmer für Herstellung und Vertrieb.