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Team fürs Wachstum: Kerstin Voß, gerahmt von Martin Brakhöner (li.) und Michael Schubert (re.) © Dr. Stefan Peters

Geschliffenes Konzept

Ein Artikel von Dr. Stefan Peters aus Moorrege bei Hamburg/DE | 25.05.2006 - 00:00
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Team fürs Wachstum: Kerstin Voß, gerahmt von Martin Brakhöner (li.) und Michael Schubert (re.) © Dr. Stefan Peters

Die Bandsägeblätter seiner Kunden um den Hals gehängt, radelte Heinrich Kock durch die norddeutsche Marschlandschaft zu seinem ersten Domizil für Werkzeugschleif-Maschinen auf der Diele eines landwirtschaftlichen Hofes.Dreiteilig. 56 Jahre nach Gründung seines Unternehmens für das Schärfen von Holzwerkzeugen kann sich der heute 86-jährige Seniorchef über betriebliche Expansion und familiäre Kontinuität freuen: Seine Söhne Dieter und Wolfgang leiten Kock Werkzeugtechnik, Moorrege/ DE, seit 1984 um Papier und Metall sowie ein Ladengeschäft erweitert, Kerstin Voß (Vertrieb und Koordination), Martin Brakhöner als Prokurist und Michael Schubert als Vertriebsleiter engagieren sich für die Geschäfte innerhalb der ersten Säule Holz.Innovativ – nicht riskant. So soll das Kerngeschäft in diesem Bereich kontinuierlich, „innovativ, aber nicht risikofreundlich“ weiterentwickelt und an die Kunden angepasst werden, erläuterten Brakhöner und Schubert. Dabei gilt ihr „Hauptaugenmerk“ der Qualität sowie der gesteigerten Wirtschaftlichkeit der Kunden.
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Handwerklich: Richtbank © Dr. Stefan Peters

Maßgeschneidert. Diese sind in den Sparten Säge, Hobel, Parkett, Furnier, Platte sowie Zellstoff und Papier zu Hause und erhalten von Kock ein hochwertiges Paket, welches auf Wunsch mit einem umfassenden technischen Check der Anlage beginnt und sich über Nachschärfen, Stauchen und Bestücken für alle gängigen Maße fortsetzt.
Darüber hinaus bietet das Holz-Team von Kock passendes Werkzeug an. Mit der deutschen Vertretung von TTT, Toijala/FI, besteht direkter Zugriff auf 35.000 verschiedene Werkzeuge – alle „taylor-made“ – sowie die biogenen Schmiermittel von Karlhamns, Karlshamn/SE.
Zusätzlich bietet Kock auch technisch Innovatives – wie etwa das Hochdruck-Sprühsystem Nessie von Danfoss, Nordborg/DK. Dieses sorge für Synergien und sei auch für bisher nicht mit Sprühsystemen für Wasser ausgerüstete Systeme wie etwa Profilspanerlinien anwendbar.Doppelter Scharfmacher. Als besonderes Bonbon stellte Schubert das „Premiumprodukt“ „Kock Double Cut“ vor: Bei dem im eigenen Haus entwickelten Hartstoff-Verfahren handelt es sich um ein geschütztes und patentiertes Verfahren zur Bestückung von Sägezähnen. Dieses führt zu höherer Standzeit bei Blockband-, Trennband-, Gatter- sowie Kreissägeblättern.
Bei „astrein gewarteten“ Maschinen mit entsprechender Bombierung und Bandführung können sich die Standzeiten gar verdoppeln, schildert Brakhöner euphorisch. So konnte Klaus Ruser vom Sägewerk Ruser im holsteinischen Bornhöved/DE seinen Nadelholz-Einschnitt von acht- auf 31-stündigen Betrieb erweitern und spart damit entsprechend Rüst- und Servicekosten ein. Im Vergleich zum Stellitier-Verfahren führen die Double Cut-Zähne zu besserer Schnittqualität.Schwedisch gestählt. Das Double Cut-Verfahren könne grundsätzlich bei jedem hochwertigen Werkzeugstahl angewendet werden – beste Ergebnisse beobachtete Schubert jedoch in Kombination mit dem Multishift-Bandsägenstahl von Sandvik, Sandviken/SE. Mit diesem Unternehmen verbindet Kock „seit einigen Jahren“ eine gute Partnerschaft – der „erlauchte Kundenkreis“ stammt aus Deutschland, Österreich sowie benachbarten Ländern.
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Technologisch: Vollautomatisches Nachschärfen von Kreissägen-Blättern © Dr. Stefan Peters

Auch für Gefrorenes. Während Double Cut bei der Zielgruppe Hobelwerke zu „hohem Durchsatz” sowie „engen Schnittfuge” führe, setzen Double Cut-Kunden ihre optimierten Blätter insbesondere auch für wintergeschlagenes, gefrorenes Holz, Laubholz sowie tropisches Hartholz ein.Gediegen wachsen. Aufgrund der Lage des Unternehmen ganz im Norden seines Marktes bereist Schubert während 50% seiner Arbeitszeit ganz Mitteleuropa sowie einige große Kunden in Afrika. Insbesondere im Export - den Schubert für die Holzwerkzeuge mit 20% beziffert - werde sich „einiges bewegen”. Für den Binnenmarkt plant er eine Aufbauphase Holz - die Umsatzanteile sollen dabei nach seinem Willen binnen 15 Jahren kontinuierlich von jetzt 30% auf 40% bis 50% ansteigen.

Kock-Facts

gegründet 1951 von Heinrich Kock
Kerngeschäft: CNC-Werkzeugschleiferei und Zerspanungstechnik
10.000 m² Areal mit zwei Fertigungshallen und zwei Bürogebäuden
Umsätze: Metall (60%), Holz (30%), Papier (10%)
Zielgruppe Holz: Säge, Hobel, Parkett, Furnier, Platte, Kisten, Energie
Mitarbeiter: 50 (davon acht Auszubildende)
Geschäftsführer: Dieter und Wolfgang Kock