Um die Produktivität im Sägewerk zu erhöhen, investierte Josef Ziegler, Plößberg-Stein/DE, in einen neuen Hochleistungsbesäumer von Höga Kusten Teknikresurs. Der Ausrüster gehört seit 2023 zur schwedischen Arat-Gruppe, die mit den weiteren Tochterunternehmen Arivislanda, Renholmen, Almab, Hedlunds und Milltech die gesamte Sägewerkstechnik aus einer Hand vereint. Höga Kusten vertreibt seine Hochleistungsbesäumer unter dem Markennamen Teknikresurs. 30 Mitarbeiter, davon 17 Ingenieure, planen und konstruieren die Besäumanlagen, wobei man besonderen Wert auf Detaillösungen legt. „Unsere Anlagen sind im Prinzip als Baukastensystem aufgebaut. Damit können wir auf die individuellen Kundenwünsche eingehen und je nach Anforderung die passende Anlage zusammenstellen“, erläutert Stefan Andersson, CTO und CMO bei Höga Kusten Teknikresurs.
Technik überzeugte
„Unsere bestehende Besäumanlage war quasi am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Außerdem erfolgte die Beschickung noch händisch – das war nicht mehr zeitgemäß. Wir haben uns verschiedene Anbieter angesehen. Letztlich hat uns die Technik von Höga Kusten am meisten überzeugt. Die Maschine ist auch für Wartungsarbeiten sehr gut aufgebaut“, erläutert Geschäftsführer Josef Ziegler. Der alte Besäumer blieb als Back-up vorhanden, um etwa bei Wartungsarbeiten weiter produzieren zu können. Als weiteren Vorteil nennt Ziegler, dass die Hochleistungsbesäumanlage ohne Bediener betrieben werden kann. Zudem gefallen ihm der gute Kontakt zu Höga Kusten sowie der After-Sales-Service.
Für die Zukunft gerüstet
Die Teknikresurs-Anlage trägt zu Recht die Bezeichnung „Hochleistung“: Das System schafft Vorschubgeschwindigkeiten bis zu 450 m/min und bis zu 60 Brettern pro Minute – gerechnet auf 4 m-Ware. „Wir nutzen die Geschwindigkeiten bei Weitem nicht aus, haben aber damit genügend Kapazitätsreserven“, bekräftigt Ziegler. Die Anlage ist auf eine Holzlänge von bis zu 6 m ausgelegt. Die Brettstärken reichen von 15 bis 80 mm, die maximale Eingangsbreite liegt bei 650 mm. Die Seitenware gelangt über einen Kettenförderer auf eine obere Etage, die als Puffer dient. „Hier kann die Ware über eine Klappe dem bestehenden Besäumer zugeführt werden“, erläutert Frank Rasimowitz bei der Besichtigung. Er ist seit April für den Vertrieb und die Planung für den deutschsprachigen Raum in der Arat-Gruppe zuständig. Am Ende des Pufferförderers fallen die Bretter nach unten auf die eigentliche Zuführung zum Besäumer. Eine Entzerrstufe vereinzelt die Hölzer. „Für eine problemlose Zuführung sind die Mitnehmer mit einem servogesteuerten Kicker ausgeführt“, verweist Andersson auf eine der Besonderheiten.
Der Wanescan von Adec vermisst die Ware im Querdurchlauf mit 96 Sensoren von oben und unten. Die Optimierung ermittelt aufgrund der hinterlegten Produkte den bestmöglichen Einschnitt, wobei flexibel zwischen Wert- und Mengenausbeute entschieden werden kann. Im Querdurchlauf folgt – wenn nötig – im nächsten Schritt eine Kreissäge, um die Schwarten auszukappen. Nicht geeignete Ware wird ausgeschleust. „Wir setzen hier jedoch nicht auf eine klassische Klappe, sondern öffnen den Kettenförderer in einer linearen Bewegung.“
Unmittelbar vor dem Längseinzug in Richtung der Sägeeinheiten werden die Bretter noch gemäß der Optimierung vorpositioniert. Das Besäumen und Auftrennen erfolgt in zwei Schritten: „In der ersten Sägebox wird besäumt. In der Zwischenstrecke zur zweiten Sägeeinheit separieren wir die Spreißel“, erklärt Rasimowitz. Hierbei wird das Brett auf einer Vorschubkette unten und Druckrollen oben transportiert und die Spreißel fallen automatisch nach unten. „Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Spreißelabscheider ist diese Lösung weniger störungsanfällig“, ergänzt Andersson. In der zweiten Sägebox sind bei Ziegler zwei flexible Sägeblätter im Einsatz. Der Ausrüster kann je nach Anforderung bis zu vier Kreissägen verbauen.
Auslaufseitig hat Höga Kusten Teknikresurs die Besäumanlage an das bestehende Sortierwerk angebunden, wobei es hier noch ein Feature gibt. „In der Optimierung lässt sich festlegen, ob auch Stapellatten geschnitten werden sollen. Bisher mussten zwei Mitarbeiter diese Arbeit separat erledigen“, ist Ziegler von diesem praktischen Zusatzfeature begeistert. Die Trennung der Stapellatten ist ebenso eher unkonventionell (s. kleines Bild unten): „Die Bretter für die Sortieranlage fahren über einen Pickerfinger auf einem Förderband nach oben. Werden Stapellatten geschnitten, klappt ein Teil der Pickerfinger nach unten“, führt Rasimowitz aus.
Da der Teknikresurs-Besäumer in einem neuen Hallenanbau untergebracht wurde, konnte der Umbau fast gänzlich ohne Produktionsstillstand realisiert werden. Die Inbetriebnahme erfolgte im März. Derzeit führt Höga Kusten noch die letzten Optimierungsarbeiten durch. „Wir bauen übrigens nicht nur Hochleistungsanlagen. Durch unser Baukastensystem können wir Lösungen für sämtliche Sägewerksgrößen anbieten“, bekräftigt Andersson.
Sägewerk Josef Ziegler
Standort: Plößberg-Stein/DE
Geschäftsführer: Josef Ziegler, Gerhard Ziegler
Mitarbeiter: 80
Einschnitt: 250.000 fm/J
Produkte: Dachlatten, Listenbauholz, Dachschalungen, Hobelware, Schnittholz, BSH und KVH nach Liste
Weiterverarbeitung: 15.000 m³/J
KVH und BSH