Holz Schiller

Sortieranlage für Laubholzzuschnitte und mehr

Ein Artikel von Martina Nöstler | 17.12.2024 - 15:29

Bereits 2021 hat Holz Schiller mit Hauptsitz in Regen/DE am Standort Luby bei Klattau/CZ ein benachbartes Grundstück mit über 20.000 m2 für die Erweiterung erworben. 2022 erfolgte dann der Baubeginn für eine Produktions- und Lagerhalle für Eichen- und Red Grandis-Zuschnitte. „Bisher haben wir den Zuschnitt in Luby an drei Anlagen durchgeführt. Um die Produktion rationeller zu gestalten, haben wir uns entschlossen, diesen an einer Anlage zu zentralisieren“, erläutert Heinrich Schiller jun., der gemeinsam mit seinem Vater, Heinrich Schiller, und seiner Schwester, Victoria Schiller, die Geschicke des Familienunternehmens leitet. In Luby gibt es zudem ein Starkholzsägewerk  für Fichte, Tanne, Lärche und Kiefer mit einem Einschnitt von rund 50.000 fm/J. „Hier hatten wir bisher nur eine alte, relative kleine Boxensortierung, die nicht mehr zeitgemäß war“, führt Schiller im Gespräch aus. 

Kombination für Laub- und Nadelholz

Eine Sortieranlage rein für den Laubholzzuschnitt wäre seinen Ausführungen zufolge wirtschaftlich nicht rentabel gewesen. „Darum haben wir uns eine duale Lösungsstrategie überlegt“, sagt Schiller. Man plante eine Sortier- und Stapelanlage, die online aus der Zuschnittanlage versorgt wird. Zudem gibt es eine Fremdaufgabe für Ware aus dem Sägewerk. Damit konnte man also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die individuelle Sortier- und Stapelanlage lieferte H.I.T., Ettringen/DE. Diese ist seit März 2023 in Betrieb. Die Zuschnittanlage wird derzeit hochgefahren. 

Letztlich soll die Sortieranlage zu etwa 30 % mit Ware aus der Zuschnittanlage ausgelastet werden. Die restlichen 70 % kommen aus dem Sägewerk. „Jährlich verarbeiten wir mit dieser einen Anlage 17.000 m³ in der Zuschnittlinie und 40.000 m³ in der Sortier- und Stapelanlage“, spezifiziert Schiller. Sowohl das Laub- als auch das Nadelholz dienen der Versorgung der eigenen Weiterverarbeitung.

Unterschiedliche Anforderung

„Aufgrund der Versorgung unserer Anlage aus zwei verschiedenen Linien mussten wir auch mit unterschiedlichen Anforderungen zurechtkommen“, erläutert Stefan Filser, der für den Vertrieb bei H.I.T. zuständig ist. Konkret heißt das etwa, dass an die Sortier- und Stapellinie Hölzer von 1,9 bis 5,2 m gelangen. Die Querschnitte reichen von 52 bis 200 mm in der Breite und 26 bis 34 mm in der Stärke. Zudem musste der Maschinenbauer die Anlage in die bereits vorhandene Halle einpassen. H.I.T. übernimmt die direkt aus der Zuschnittanlage kommenden, scharfkantig besäumten Eichen- und Red Grandis-Dimensionen und bringt diese mittels eines Wenderads auf die obere Ebene auf ein 10 m langes Pufferdeck. Der Füllstand dieses  Förderers wird mit einer Lichtschranke überwacht. Die Leistungsvorgabe beziffert Filser mit 40 Teilen beziehungsweise zehn Chargen pro Minute. 

Genau in diesem Gebäudeteil befindet sich auch die Fremdaufgabe für die Ware aus dem Sägewerk, welche auf einem separaten Querförderer zur Sortierlinie gebracht wird. Im Prinzip haben die Hölzer aus der Zuschnittanlage immer Vorrang. Der Mitarbeiter an der Beurteilungsstation wählt die jeweilige Zuführung händisch per Knopfdruck aus.

Qualitätseinteilung durch Verziehen

Nach der Vereinzelung kommt das Schnittholz im Teppich zur Beurteilungsstation. In der Regel kommen teils gleiche Dimensionen, aber unterschiedliche Qualitäten in die Sortierung. „Normalerweise wird jedem Holz die Qualität per Tastendruck mitgegeben. Aus Platzgründen haben wir uns aber dagegen entschieden“, berichtet Schiller. Der Mitarbeiter definiert die Qualität mit dem Verziehen der Bretter aufgrund von Lichtschrankenpositionen. Konkret heißt das: Das Hauptprodukt fährt an der Nulllinie. In diesem Fall muss der Mitarbeiter nicht eingreifen. Verzieht er aber die Ware nach vorne oder hinten, wird eine andere Qualität mitgegeben. Zudem kann er mit dem Prinzip einen Kappschnitt festlegen. Kappschnitte bis zu 1 m sind möglich. „Diese Möglichkeit nutzen wir etwa, wenn wir spitz zulaufende Hölzer haben, die in der nachfolgenden Stapelung oder später in der Weiterverarbeitung für Probleme sorgen“, sagt Schiller. 

Im Anschluss erfolgt die Einteilung in eine der 40 Boxen. Hier liegt die Leistung bei bis zu 100 Takten pro Minute. Schiller hat sich für Schrägboxen entschieden, da diese für das Laubholz schonender sind und weniger Bruchstücke erzeugen. Um vor allem das Kurzholz bei der Boxenentleerung sauber handeln zu können, hat sich H.I.T. eine Besonderheit einfallen lassen: „Unter den Boxen gibt es einen verfahrbaren Wagen, der als eine Art Bremsklotz funktioniert. Der Wagen fährt stückweise vor, um die Entleerung kontrollieren zu können. Damit verhindern wir speziell bei Kurzholz einen Mikadoeffekt“, führt Filser aus und ergänzt, dass H.I.T. diese Lösung erstmals realisiert hat. „Dieses System funktioniert und hat sich bewährt“, bestätigt Schiller.

Zehn Mitarbeiter verarbeiten nun in zwei Schichten die für Holz Schiller gängigen Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Eiche und Red Grandis in der Zuschnittlinie sowie Sortier- und Stapelanlage. „Es war ein Glücksfall, dass wir H.I.T. für dieses Projekt gewinnen konnten. Wir haben das erste Mal zusammengearbeitet, alles hat perfekt geklappt. Diese Anlage fällt genau in die Kompetenz von H.I.T., das hat man unter Beweis gestellt“, resümiert Schiller zufrieden. 

Holz Schiller

Hauptsitz: Regen/DE

Gegründet: 1771

Geschäftsführer: Heinrich Schiller, Heinrich Schiller jun., Victoria Schiller

Weitere Standorte: Luby/CZ, Klattau/CZ, Cheb/CZ

Mitarbeiter: 640

Produkte: astreines Leimholz für Fenster, Türen, Wintergärten sowie Innenanwendungen, Profilholz

Produktion: 76.000 m³/J